June 28, 2021
Written by Birgit Scholz

Von null auf hundert in die Cloud 

Im Finanzsektor ist die IT nicht nur eine Support-Funktion,
sondern das Rückgrat des gesamten Unternehmens. Deshalb sind IT-Entwicklungsprojekte in diesem Sektor besonders komplex.

Infolgedessen gab es einige Herausforderungen, als Finnlands größte Finanzgruppe OP begann, ihre IT in außergewöhnlich großem Umfang auszulagern. Ziel des Outsourcing-Projektes war, eine jährliche Einsparung von 20 Millionen Euro zu erreichen. Infolgedessen konnten sich rund 500 Mitarbeiter anschließend den wichtigeren Aufgaben im Unternehmen widmen. Es gab viele Veränderungen. Ein Teil der Anwendungsentwicklung und -wartung wurde an das Beratungsunternehmen Accenture und die Versicherungen an das IKT-Serviceunternehmen CGI ausgelagert. Auch Tieto und Fujitsu wurden bei dem Projekt miteinbezogen. Ein Großteil der bedeutendsten Outsourcing-Partner Finnlands waren daran beteiligt.
Der Zeitplan des Projekts war eng.

„Das Projekt begann im Herbst 2013 und sollte im
März 2014 komplett fertig sein. Die Service-Integrationen waren Teil des Gesamtprojekts, und ihre Bereitstellung zwischen den drei Service-Providern dauerte nur drei Monate“, so die Vizepräsidentin von Common -ICT Services Marika Lindström

 

Ein gemeinsames Betriebsmodell, Datenkontrolle in allen Situationen
Die Herausforderung bestand darin, die Dienste so zu integrieren, dass die von verschiedenen Parteien verwendeten Prozesse und Tools dieselben Anwendungsfälle implementieren und diese die Informationen reibungslos von einem Betreiber zu einem anderen übertragen können.
Dabei hatte jeder seine eigenen ITSM-Tools (Service Desk) und individuelle Prozesse. Außerdem waren die Informationen sowohl in finnischer als auch in englischer Sprache verfügbar und das Volumen war sehr groß: Zehntausende von Fehler- und Servicetickets wurden jeden Monat erstellt.

„Unser Ausgangspunkt war, dass sich die Outsourcing-Partner an unser Betriebsmodell anpassen und nicht umgekehrt. Darüber hinaus war es wichtig, dass wir die
Kontrolle über die Daten behalten.“

 

Hilfe von der Cloud
Eine herkömmliche Point-to-Point-Integration wäre aufgrund der Anzahl der beteiligten Service Providern, sowie der Bewegung der Tickets nicht nur zwischen OP und den Service Providern, sondern auch zwischen den verschiedenen Service Providern untereinander zu kompliziert gewesen. Ebenso erlaubte es der enge Zeitplan nicht.
Letztendlich entschied sich OP für ONEiO iPaaS. Die
cloud-basierte SaaS-Lösung macht den Betrieb im Vergleich zum herkömmlichen Modell erheblich einfacher und schneller. Der größte Vorteil ist jedoch das von ONEiO entwickelte Service-Management-Ökosystem. ONEiO bietet bereits vorgefertigte Schnittstellen sowohl für die gängigsten ITSM-Anwendungen als auch für die größten Service Provider an. Die Funktion von ONEiO besteht darin, als stiller Übersetzer und Vermittler zwischen ihnen zu fungieren.
Somit können alle Beteiligten ihre vorhandenen Tools und Prozesse beibehalten. Informationen die sich auf die Serviceprozesse beziehen werden zentral an die richtige Stelle verschoben und dort von ONEiO übersetzt und weitergeleitet.
Auch die von OP verwendeten Outsourcing-Service Provider und Schnittstellen zu ITSM-Tools existieren bereits in ONEiO.

 

Zeit für das Wesentliche
Das Modell vereinfacht die Bereitstellung und erleichtert somit dem Endbenutzer den Arbeitsalltag. Während der Bereitstellung garantieren die vorgefertigten Schnittstellen, dass weder Softwareprojekte für Systemintegrationen noch zusätzliche Software- oder Hardware-Anschaffungen erforderlich sind. Die Zeit, die daher nicht mehr von Schnittstellenproblemen, dem Öffnen von Firewalls und der Integrationsentwicklung beansprucht wird, kann somit für die Implementierung von Anwendungsfällen genutzt werden. Ebenfalls ermöglichen die integrierten Prozesse, dass der Benutzer Support-Services von einer Stelle aus erhalten kann, anstatt jeden Dienstleister separat kontaktieren zu müssen.

„Wenn zwischen den Dienstanbietern und Anwendungen technisches Ping-Pong gespielt wird und sich um die Situationen gekümmert wird, spielt sich das das Ping-Pong hinter den Kulissen ab. Der Endbenutzer muss sich nicht darum kümmern. "

Die anderen Vorteile des SaaS-Modells sind die kontinuierliche Wartung, Entwicklung und Überwachung, sowie geringere Lebenszykluskosten sowie Wiederverwendbarkeit und Flexibilität.


Das erste seiner Art in der Welt
„Die IT-Umgebung von OP ist ziemlich komplex. Um
es etwas zu übertreiben, könnte man sagen, dass wir
fast alle Technologien der Welt verwenden“,
scherzt
Lindström.
Multi-Provider-Umgebung ist bereits anspruchsvoll genug und der große kulturelle Wandel, den die OP einleitete,
brachte zusätzliche Herausforderungen mit sich. Die
neue Betriebsumgebung erfordert Engagement,
Verständnis für den Kunden und eine völlig neue Art
der Zusammenarbeit aller Parteien.

Wenn Sie unterschiedliche und internationale  Organisationen, Tools und Betriebsmodelle hinzufügen,
sprechen wir von einer sehr einzigartigen Produktionsumgebung für IT-Services, selbst aus der
globalen Perspektive.